Feierliche Altarweihe: Erzbischof Robert Zollitsch lobt Neugestaltung von St. Stephan als "gelungen" und "wertvoll"
Seit Ende 2007 ist Hubert Streckert Dekan von Karlsruhe. Und gleich bei seinem Antrittsbesuch, so erinnerte er jetzt, habe ihm Erzbischof Robert Zollitsch den Auftrag gegeben, die Stephanskirche im Innern umzugestalten. Erste Pläne, die Kirche an das erneuerte Gottesdienstverständnis des Zweiten Vatikanischen Konzils anzupassen, hatte es schon seit den 1970er Jahren gegeben. Nun endlich, so der dringende Wunsch auch des Erzbischofs, sollte die aktive Beteiligung der Gläubigen tatsächlich durch eine neue Architektur unterstützt werden.
Am Stephanstag konnte Dekan Streckert jetzt verkünden: „Der Auftrag von damals ist erfüllt“. Erzbischof Robert Zollitsch, der auch die Schirmherrschaft für den Umbau übernommen hatte, weihte selbst den neuen Altar. Mehr als 1000 Gläubige feierten mit.
Es war ein festlicher Gottesdienst voller ausdrucksstarker Elemente. Nacheinander wurden die verschiedenen liturgischen Orte gesegnet: Taufstein, Ambo und Tabernakel. Höhepunkt war freilich die eigentliche Altarweihe.
Pfarrer Achim Zerrer hatte den Gläubigen, darunter viele Ehrengäste, zu Beginn die Symbolik der verschiedenen Riten erläutert. Die Salbung des Altares mit Chrisam-Öl etwa mache den Altar zum Symbol Christi, der auch „der Gesalbte“ heißt. Außerdem wurden fünf kleine Weihrauchflammen auf dem Altar entzündet. Dies deute unter anderem daraufhin, dass die Gebete der Gläubigen wie Wohlgeruch zu Gott aufsteigen. Im Zentrum stand dann das feierliche Weihegebet, in dem es heißt, der Altar werde damit „für immer zum Tisch des Herrn“.
In seiner Predigt lobte Erzbischof Robert Zollitsch die liturgische Neugestaltung als „gelungen“ und „wertvoll“. „Jesus Christus ist die Mitte unseres Lebens, die Eucharistie ist Mitte und Quelle der Kirche“, so der Freiburger Oberhirte: „Wie könnte dies einen schöneren Ausdruck finden als in unserer neu gestalteten Stephanskirche, in der die Altarinsel in die Mitte gerückt ist?“.
Glückwünsche kamen auch von Karlsruhes Oberbürgermeister Heinz Fenrich, der die Spendeninitiative für die Sanierung und liturgische Neugestaltung der Kirche unterstützt hatte. Die Altarweihe, mit der das Gotteshaus nach elfmonatiger Bauzeit offiziell wieder eröffnet wurde, sei ein „großer Tag für die Katholiken in unserer Stadt“, aber auch „ein bedeutender Tag für unsere Stadt überhaupt“: „Karlsruhes Mitte hat einen Ort der Ruhe, der Besinnung, des Trostes und der Kraft zurück – einen Ort, der einen unverzichtbaren Kontrapunkt setzt inmitten innerstädischer Betriebsamkeit“.
Auch Rolf Bodenseh kam im Anschluss an den Gottesdienst zu Wort. Der Künstler aus Aichtal hat den neuen Altar aus griechischem Marmor geschaffen. Er erzählte in seinem Grußwort von seinem ersten Besuch in St. Stephan. „Düster und etwas trist“ sei ihm die Kirche damals vorgekommen. Daraufhin habe er den neuen Mittelpunkt des Gotteshauses als „Insel des Lichts“ konzipiert – eine Idee, die dann auch die Jury des Künstlerwettbewerbs für die Neugestaltung überzeugte. Die runden Formen fügen sich nach Ansicht Bodensehs „rhythmisch in die Bogenlandschaft des Gebäudes“.
Der Architekt Werner Wolf-Holzäpfel, Leiter des Erzbischöflichen Bauamtes Heidelberg, ging darauf ein, dass der Umbau „in der Öffentlichkeit oft kontrovers diskutiert“ worden ist. Auch den baulich Verantwortlichen habe die „schwierige und umfangreiche Aufgabe“ „einiges Kopfzerbrechen“ bereitet. Aus seiner Sicht sei den Bauherren für das Ergebnis nun aber uneingeschränkt zu gratulieren: „Ich wünsche Ihnen viel Freude in und mit dem Raum“.
Text: Stephan Langer / Foto: Thomas Rappenecker
In Kürze finden Sie an dieser Stelle auch ein Video von der Altarweihe!

