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Sie sind hier: Startseite Wir über uns Aus dem Gemeindeleben 'Nacht der offenen Kirchen' 2007 Gestatten- Abraham

Gestatten- Abraham

‚Hoppla- was ist denn da los?’ Verdutzte und neugierige Menschen schauten am vergangenen Freitag (19. Oktober) durchs weit geöffnete Hauptportal von St. Stephan; der orientalisch gerichtete Eingangsbereich wirkte wie ein Magnet und die ‚offene Tür’ war Programm: Zur ‚Nacht der offenen Kirchen’ waren alle eingeladen, zu ungewohnter Stunde in der Kirche zu Gast zu sein und für einige Stunden eine lebendige Bibel zu betreten.

Schon am Nachmittag blieben Passanten interessiert stehen- und kamen am Abend wieder. Viele ganz gezielt; andere, weil das bunte Licht,  fremde Gerüche und Musik aus dem Inneren der Kirche sie überraschten; einige waren spürbar verunsichert: Was ist denn das hier für eine Kirche? Wird die noch benutzt? Ist das eine Moschee? Und vom Anzug bis zum Nasenpiercing- es war ein gut gemischtes Publikum. Bei einer Tasse heißem Tee und Datteln spürten sie alle, willkommen zu sein. Viele nutzen auch die Gelegenheit, sich gemütlich für längere Zeit nieder zu lassen. Der Raum unter der Empore war wie verwandelt.

Und dann traten sie auf: Abraham, Maria und Marta, Ijob und Lydia; biblische Gestalten aus fernen Zeiten, die näher rückten und den Abstand schrumpfen ließen. Mit einem Mal wurden ihre Fragen und Gedanken zu den eigenen- und brandaktuell. Geduldig erzählten sie immer wieder von sich, begeisterten ihr Publikum, brachten es zum Lachen und machten nachdenklich. Jedes Spiel war wieder neu, weil die Darsteller nicht nur eine Rolle spielten, sondern immer auch sich selbst einbrachten und die Zuschauer einbezogen.

Patrick Fritz- Benzing gab zur ‚Halbzeit’ ein Orgelkonzert mit Stücken von Buxtehude, Franck, Bach, Hindemith und Reger. Es gelang ihm meisterlich, in Interludien zu diesen Stücken zu improvisieren und dabei die zentralen Themen der biblischen Gestalten aufzugreifen.

Es gab viel Applaus an diesem Abend, Lob und dankbare Worte. Schon beim Aufbau wurde uns klar, welche Anziehungskraft allein eine offene Kirchentür hat: wie viele Menschen einfach so mal reinlaufen, wie viele Gespräche sich –sprichwörtlich- zwischen Tür und Angel ergeben, wie viel Offenheit auf beiden Seiten zu spüren ist. Und es war auch klasse, die Kirche einmal umzubauen und die biblischen Gestalten zu inszenieren. Es war für uns ein Stück Verkündigung, denn immer war auch unser Glaube und unsere Haltung zum Leben angefragt. Schließlich hat es uns gefreut, dass sich so viele ansprechen ließen: um die 300 Besucher waren in St. Stephan. Schalom