Kollektion Nachrichten Musik
Beeindruckendes Weihnachtskonzert
Zur Aufführung gelangten orthodoxe Messgesänge, lateinische und byzantinische geistliche Lieder und rumänische und internationale Weihnachtslieder. Die sieben Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Alexandru Cretescu erfüllten mit ihren klaren Stimmen den Kirchenraum. Neben der Klarheit der Stimmen beeindruckte auch die Sicherheit, mit der die Töne in jeder Höhe hervorgebracht wurden. Meisterlich gelang es dem Chor, die unterschiedlichen Lautstärken zu intonieren: vom gehauchten Piano bis zum gewaltigen Forte. Besonders bei den orthodoxen Gesängen schwebte der Gesang im Raum – unterstützt durch die Akustik der Kirche. Die – leider nur wenigen – Zuhörer waren fasziniert von der Leistung des Chores „Memorial“. Den Schlusspunkt setzte das Lied „Stille Nacht“, das in einer beeindruckenden Fassung vorgetragen wurde.
Zwischen den beiden Teilen, die der Chor sang, spielte ein Gitarren- und Geigen-Duo mehrere Stücke. Auch diese Beiträge waren von präzisen und gelungenen Musiker-Leistungen geprägt. Erfreulich zu hören, wie zwei Instrumente den Kirchenraum zum Klingen bringen konnten.
Übrigens bereicherte der Chor in der Abendmesse zuvor mit drei byzantinischen Liedern den Gottesdienst. Hoffen wir im kommenden Jahr auf ein Wiedersehen mit diesem Chor, der seit drei Jahren in dieser Zusammensetzung auftritt.
Chorkonzert in Unserer Lieben Frau
Das Konzert wurde kurzfristig angesetzt.
Nähere Informationen finden Sie hier.
Benefizkonzert
"Gospels, Geistliche Lieder, Gedichte" unter diesem Thema stand das Benefizkonzert zu Gunsten der AIDS-Hilfe Karl
sruhe. Eine interessante und sicherlich selten zu hörende Kombination von Liedern aus der "Deutschen Messe" von Franz Schubert mit Gospels und Spirituals machte das Konzert zu einem Erlebnis. Dazwischen wurden Gedichte von Hilde Domin, Rose Ausländer und August von Platen vorgetragen. Angereichert wurde das Programm durch einen Bass-Solo-Auftritt und Darbietungen des Percussions-Ensembles. Besonders beim Stück "Silencio" zeigte die Gruppe mit einem facettenreichen Einsatz ihrer Instrumente ihr Können.
Sowohl die Lieder der Deutschen Messe als auch die Gospels und Spirituals brachte der Kirchenchor gekonnt und mit Freude und Begeisterung zu Gehör. Der Jugendchor aus Daxlanden, beteiligt bei manchen Gospels, belebte mit seinen Stimmen das Konzert. Zum Gelingen des Konzertes trugen ebenso die beiden Pianisten mit ihrer Begleitung auf dem Klavier bei.
Wegen der Erkrankung einer Solistin konnten Lieder von Robert Schumann und Wolfgang Rihm nicht aufgeführt werden. Mit ihnen wäre das Konzert noch abwechslungsreicher und vielfältiger geworden.
Die beteiligten Musiker trugen zusammen mit den Spenden der Zuhörer bei, dass AIDS-Kranken geholfen werden und dass die AIDS-Hilfe präventiv wirken kann. Ein solidarischer Einsatz, der Lob verdient.
Ein unvergesslicher Abend
Schon das Ambiente im Stephanssaal versprach sehr viel. Mit
Aperitif und Saxofonmusik wurden die Gäste im Foyer empfangen. Und nachdem
jeder im Saal seinen Platz gefunden hatte, begrüßte Dekan Hubert Streckert alle
Anwesenden mit einem „Herzlich willkommen auf der Baustelle“. Anschließend
übernahm SWR-Moderator Alfred Schmit die Moderation des Abends.
Für jeden Geschmack war etwas geboten. Den Anfang machten Albrecht Laurent Breuninger und Stefan Krznaric mit einem Violinduett. Dass eine Lesung kein langweiliges Vorlesen eines Textes ist, zeigte anschließend Katharina Giesbertz, die zwei Geschichten gekonnt vortrug und ihre Zuhörer in den Bann zog. Ein Heimspiel hatte das Vocalensemble St. Stephan, das Liebeslieder von Brahms sang. Sportlich wurde es mit dem Trio „Quatrizeps“, das mit seiner clownesken Akrobatik die Münder vor Staunen offen stehen ließ. Großen Beifall bekamen auch die vier Saxofonistinnen von „balanced action“, die die gute Stimmung im Saal noch weiter ansteigen ließen. Den Abschluss machte Bernd Gnann, der als Mireille Mathieu noch einmal das Zwerchfell auf eine harte Probe stellte.
Doch nicht nur kulturell war etwas geboten: Auch kulinarisch
kamen die Gäste voll auf ihre Kosten. Ein exquisites Fünf-Gänge-Menü des
italienischen Feinschmeckerlokals Da Serio sorgte für das leibliche Wohl.
Die Benefiz-Gala war ein voller Erfolg. Und nicht wenige Gäste fragten, wann es denn eine Fortsetzung gäbe.
Jahresausflug
Bei strahlendem Sonnenschein fuhren wir um 9 Uhr mit Privatautos nach Bad Rotenfels im Murgtal zur Kirche St. Laurentius. Dort nahmen wir an einem Gottesdienst teil, der von den Kindern, Eltern und Erzieherinnen des Kath. Kindergartens St. Laurentius gestaltet wurde.
Nach dem Gottesdienst erzählte uns Frau Brigitte Heck über die Geschichte der Pfarrkirche und etwas über den Ort Rotenfels. Die Anfänge gehen zurück auf das Jahr 950 als St. Laurentius als Kuratie geschichtlich erwähnt wurde. Ab 1243 war die Kirche dann eigene Pfarrei, gehörte zum Bistum Speyer und blieb bis 1583 die Mutterkirche des Murgtales, denn der Einzugsbereich reichte bis Forbach. In den Jahren 1762-1767 wurde das Gotteshaus im barocken Stil von dem Baumeister Franz Ignaz Kromer, einem Schüler Balthasar Neumanns, modernisiert und hat seit dieser Zeit kaum eine Veränderung erhalten. Bis zum Jahre 1832 gehörte zum heutigen Kirchengelände, wie damals üblich, auch der Friedhof. Der Glockenturm in oktogonaler Form beherbergt 8 Glocken und über dem Eingangsportal ist das "Auge Gottes" zu sehen. Der alte Kern des Turmes ist noch erhalten und so geht man durch einen romanischen Bogen ins Innere der Kirche. Die Kreuzigungsgruppe im Chorraum ist noch aus den Anfängen der Barockzeit, während die Altäre und der Taufstein in den Jahren 1875-1901 entstanden sind. Das Deckengemälde im Hauptschiff stellt den Hl. Laurentius dar. Bei der Renovation 1997-2002 sind im Chorraum Gebeine gefunden worden, die in einem Sarg an der Westseite beigesetzt wurden. Aus dieser Zeit sind auch Ambo und der Zelebrationsaltar.
Nach der Besichtigung bedankten wir uns mit einem Chorlied und der Organist , Norbert Förderer, spielte uns ein Stück auf der Orgel, erbaut von Stieffel, einem Zeitgenossen Sibermanns vor. Anschließend bestand noch im neu erbauten Gemeindehaus die Gelegenheit zu einem Austausch bei Kaffee und Kuchen.
Nach einem wunderbaren Essen im Restaurant "Wolfschlucht" in Ebersteinburg ging es dann weiter zur Ruine Ebersteinburg, wo wir die herrliche Aussicht ins Rheintal bis in die Nordvogesen und den Pfälzer Wald genossen.
Nach einer weiteren Stärkung und gemütlichem Plausch im Gartenlokal auf der Ruine Ebersteinburg machten wir uns dann gemeinsam auf den Heimweg. Wieder ist ein schöner Tag in der Gemeinschaft zu Ende gegangen.
Missa Brevis in Unserer Lieben Frau
Requiem von Gabriel Fauré in der Liebfrauenkirche
Faurés Requiem wurde vom Vokalensemble Chorioso in einer für seine Entstehungszeit (1887/88) nicht untypischen Fassung für Chor und Orgel präsentiert. Das gesamte Werk wird vom Glauben, dass auf den Tod die Auferstehung und das ewige Leben folgen, als tröstende Gewissheit durchzogen.
Ergänzt wurde das Programm durch weitere geistliche Chorwerke von Gabriel Fauré und Maurice Duruflé.
Das Vokalensemble Chorioso wurde 2007 von seinem künstlerischen Leiter Matthias von Schierstaedt ins Leben gerufen. Das Ensemble besteht aus zirka 20 Sängerinnen und Sängern, die etwa zur Hälfte professionelle Musiker und zur anderen Hälfte erfahrene und passionierte Chorsänger sind.
Matthias von Schierstaedt wurde 1980 in Konstanz geboren. Prägend für seine musikalische Entwicklung und sein Interesse an Chormusik war die langjährige Mitgliedschaft in der Jugendkantorei Münster ULF in Konstanz.
Näheres unter http://www.chorioso-karlsruhe.de.
Neuer Chorvorstand
Die Aufgaben als Vorsitzender, Stellvertreter und Kassenwart nehmen wie bisher Uwe Kiemle, Martin Peters und Thomas Leiber wahr. Den Vorstand komplettieren Iris Kastl, Christa Kühr, Judith Hoffmann und Lukas Bretschneider. Anja Baesch und Michaela Meier standen für eine weitere Amtsperiode nicht mehr zu Verfügung.
Weihnachtskonzert
Das "Rumänische Weihnachtskonzert" - veranstaltet von der Cuza-Gesellschaft für Literatur, Musik und Kunst - erfreute die Besucher der Kirche Unserer Lieben Frau. Drei junge talentierte Musiker - Tatiana Ciobanu: Klavier, Dorin Gheorghilas: Panflöte und Tatiana Vicol: Gesang und Cobza (Art Gitarre) - begeisterten die Zuhörer mit ihren Weihnachtsliedern, ihrer Weihnachts- und traditionellen Musik (Folklore). Die phantastisch gespielte Panflöte, die mit ihrem Klang den Kirchenraum erfüllte, der hervorragende Gesang und das meisterlich gekonnte Klavierspiel kamen in verschiedenen Besetzungen zur Wirkung.
Leider ließen sich wohl einige Interessierte durch die eiskalte Temperatur davon abhalten, das Konzert zu besuchen. Ein Fehler, wie sich herausstellte.
Gesucht: die Schatzsucher- Band
Die erste Probe findet am 27.11. von 16.30-18.30 Uhr im Schofersaal statt. Weitere Termine sind dann am 11.12. und 18.12. zur gleichen Uhrzeit, am gleichen Ort. Die Generalprobe für den Schatzsuchergottesdienst am 10.01. findet einen Tag vorher, am 09.01. um 10 Uhr in der Kirche St. Stephan statt.
Bringt bitte Euer Instrument (falls es mobil ist) und wenn möglich einen Notenständer mit. Die Noten bekommt Ihr dann bei der ersten Probe.
Für Fragen steht Ulrike Renfranz (Tel. 1 83 57 35, e-mail: ulrike@renfranz.de) gerne zur Verfügung.
Mit Pauken und Trompeten...
Die Pastoralmesse in F-Dur von Anton Diabelli erklang am Ostermontag, 13. April 2009, um 10.15 Uhr in der Liebfrauenkirche.
Zum ersten Mal seit längerer Zeit brachte der Kirchenchor Unserer Lieben Frau unter der Leitung von Michael Schmalstieg wieder eine lateinische Messe zu Gehör.
Die große Zahl an Gottesdienstbesucher erfreute sich an der gelungen dargeboten Musik von Chor, Orchester und Solisten.
Neuer Chorleiter in Unserer Lieben Frau
Der Chorleiter Michael Schmalstieg ist Schulmusiker, unterrichtet am Gymnasium und hat Erfahrung mit der Leitung von Chor, Orchester und Bigband. Er legt großen Wert darauf, den Chor mit Stimmbildung regelmäßig und konsequent stimmlich und klanglich zu trainieren, ein Repertoire zu pflegen und Neues zu erarbeiten.
Gern nimmt der Chor neue Mitglieder auf. Wer Spaß und Freude am gemeinsamen Singen hat, ist herzlich eingeladen. Notenkenntnisse werden nicht vorausgesetzt, mit der Zeit sind sie natürlich hilfreich.
Ausflug des Stephanschores
Über Offenburg –dort stieg unser Kantor zu- und den Kaiserstuhl erreichten wir Breisach, erste Station unseres Ausflugs. Schnell waren am Ufer des Rheins die mitgebrachten Tische und Bänke aufgestellt und das Picknick vorbereitet. Glücklicherweise hatte der Regen kurz zuvor seine Tätigkeit eingestellt, sodass wir unter freiem Himmel das zweite Frühstück einnehmen konnten.
Über die französische Grenze ging es weiter nach Colmar, dem Hauptziel der Fahrt. Bei einer Stadtführung wurde uns die Geschichte der Stadt und des Elsasses nähergebracht. Der mittlerweile wieder einsetzende Regen vermochte weder den Redefluss des Stadtführers noch unsere gute Laune schmälern.
Nach so vielen Daten und Geschichten über Stadt und Land wurde es Zeit, die Kunstschätze der Region zu bestaunen. Ausgestattet mit Audio-Guide zerstreute sich unsere Gruppe in den weitläufigen Räumen und Gebäudetrakten des Unterlinden-Museums. Hauptanziehungspunkt stellte aber nach wie vor der berühmte Isenheimer Altar mit biblischen Gemälden von Matthias Grünewald dar. Aber auch die Sonderausstellung mit Werken des zeitgenössischen Künstlers Friedensreich Hundertwasser war sehenswert.
Schnell war die geplante Besuchszeit verflogen, der musikalische Teil des Ausflugs kündigte sich an. Mit dem Bus erreichten wir nach kurzer Fahrt die Abteikirche zu Ebersmünster, die einen musikalischen Schatz in Form einer original erhaltenen Orgel von Andreas Silbermann beherbergt. Natürlich stand auch ein kleines Orgelkonzert mit unserem Kantor Patrick Fritz-Benzing auf dem Programm, leider ließ sich jedoch trotz genauester Vorplanung zunächst der benötigte Schlüssel nicht auftreiben. Doch dank der Mithilfe einiger freundlicher Einwohner kamen die Ausflügler schließlich doch noch in den Hörgenuss des historischen Instruments.
Den Programm- und Tagesabschluss bildete schließlich ein gemütliches Flammkuchenessen in Altenheim bei Schutterwald, bei dem selbstverständlich auch der Genuss elsässischer Weinspezialitäten nicht fehlen durfte.
Kirchenchor meets Taizé- Gebet
Wie gewöhnlich findet es am letzten Sonntag des Monats statt, diesmal also am 27. April um 19 Uhr. Da die Gruppe der Mitfeiernden durch den Kirchenchor größer sein wird als sonst, laden wir nicht in den Meditationsraum ein, sondern gestalten im Altarraum der Kirche Unserer Lieben Frau mit Steinen, Kerzen und Tüchern eine Atmosphäre im Stile von Taizé. Zu diesem Gebet sind Sie alle herzlich eingeladen.
Zur Liturgie der Heiligen Tage
Gründonnerstag
Mit dem Abendmahlsamt am Gründonnerstag beginnen die Heiligen Drei Tage. Gründonnerstag, Karfreitag und die Osternacht werden zwar als einzelne Gottesdienste mit je unterschiedlichem Charakter gefeiert. Inhaltlich jedoch bilden sie eine Einheit. Auferstehung ohne Karfreitag ist sinnlos, Karfreitag ohne Auferstehung wirkungslos und ohne die Fußwaschung am Gründonnerstag bleibt der Sinn des ganzen verschlossen.
Der Gründonnerstag umfasst viele verschiedene Aspekte. Der Name „Gründonnerstag“ kommt von „greinen“, was so viel bedeutet wie weinen oder klagen. Er drückt damit den Aspekt der Trauer aus über Jesu Leiden. Aber am Gründonnerstag feiern die Christen auch die Einsetzung der Eucharistie beim letzten Abendmahl. Insofern hat der Tag festlichen Charakter. Die Fußwaschung als ausdrucksstarkes Zeichen ist etwas ganz eigenes. Und in den nächtlichen Gebetsstunden nach dem Abendmahlsamt steht das persönliche Mitgehen und Mitbeten des Weges Jesu im Mittelpunkt.
Viele Gemeindemitglieder sind überrascht, wenn sie darauf angesprochen werden, ob sie nicht bei der Fußwaschung mitmachen möchten. Sicher, es ist nicht ganz einfach, beim Altar zu sitzen und sich symbolisch den Fuß waschen zu lassen. Aber der Ritus verdeutlicht vielleicht am besten, worum es Jesus ging: um den Dienst am Menschen. Er ist sich nicht zu schade, die Sklavenarbeit selbst zu erledigen. Im orientalischen Umfeld hat die Fußwaschung nichts mit Hygiene zu tun, dafür umso mehr mit Gastfreundschaft. Sie symbolisiert, dass der Gast, der mit seinen Sandalen durch die staubigen Straßen des Orients gelaufen ist, sich wohl fühlen soll im Haus des Gastgebers. Die Fußwaschung ist ein Beziehungsangebot und eine Einladung, sich wohl zu fühlen. So wird im Ritus ausgedrückt, was Glaube sein will: ein wohltuender Raum, in dem ich Heil erfahren kann.
Die Fußwaschung drückt auch aus, was in der Eucharistie gefeiert wird und was eine Art Lebensmotto Jesu war: die Hingabe, sein Einsatz für die Menschen bis zur letzten Konsequenz. Er hat ganz für andere gelebt. Er hat denen, die am Rand standen, Beachtung und Liebe geschenkt. Er hat sich treffen lassen von ihrem alltäglichen Leid und hat nicht die Augen davor verschlossen. Er hat versucht, durch den Glauben an den gütigen Vater im Himmel, ihrem Leben ein tragfähiges Fundament zu geben. Die Eucharistie mit dem Austeilen von Brot und Wein gibt Zeugnis davon: Von dieser Hingabe Jesu können wir leben.
Der Aspekt der Trauer kommt musikalisch im Gottesdienst dadurch zum Ausdruck, dass die Orgel nach dem Gloria nicht mehr spielt. Bis zum Gloria in der Osternacht muss die Gemeinde ohne instrumentale Unterstützung singen. Auch die Glocken läuten nicht mehr und die Schellen der Ministranten werden durch Klappern ersetzt. Nach der Kommunion wird – noch innerhalb des Gottesdienstes und nicht danach! - der Altar abgedeckt. Es gibt Berichte aus einigen Kirchen des Mittelalters, wonach der Holzaltar damals mit der Axt zerstört wurde – drastisches Zeichen für die Gewalt, die Jesus angetan wurde. Aber auch Zeugnis für die Gewaltlosigkeit Jesu, der eben nicht zur Gegengewalt greift, sondern das Unrecht erträgt und damit den Teufelskreis der Gewalt unterbricht.
Trauermetten
Die Trauermetten gehören seit der Liturgiereform nicht mehr zum Kernbestand der Liturgie der Kartage. In vielen Klöstern werden sie noch gepflegt - und in der Liebfrauengemeinde in der Südstadt. Trauermetten sind Wortgottesdienste, die mit Psalmen, Bibeltexten - insbesondere die Klagelieder des Jeremia - und Kommentaren der Kirchenväter gestaltet sind. Der gesungene Vortrag der Texte macht sie besonders eindrücklich. Ihren Ursprung haben diese Gottesdienste im Stundengebet der Kirche, insbesondere der Lesehore und der nächtlichen Matutin.
Das "Requisit" der Trauermette ist ein besonderer Kerzenständer mit 15 Kerzen. Nach jedem Abschnitt des Gottesdiensten wird eine dieser Kerzen ausgelöscht. Jesus wird von seinen Jüngern verlassen und muss seinen letzten Weg allein gehen. Die 14 Kerzen symbolisieren die 11 Jünger und die drei Marias, die von weitem beim Kreuz stehen. Die 15. Kerze steht für Jesus. Diese Kerze wird am Ende der Trauermette hinaus getragen und nach einer kurzen Stille wieder in die Kirche gebracht - ein kleiner, symbolischer Vorausblick auf Tod und Auferstehung Jesu.
In den Trauermetten solidarisieren sich die Gläubigen mit dem Leid Jesu und halten ihre eigenen Wunden Jesus hin.
Eigentlich werden die Trauermetten an den Abenden von Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag gebetet. In Unserer Lieben Frau halten wir uns aber an die alte Ordnung und beten am Mittwoch, Donnerstag und Freitag Abend mit den alten Texten des Magnificat.
Gebetsnacht
In St. Stephan wird nach dem Abendmahlsamt bis in die Frühe des Karfreitags gebetet; in der Kapelle ist Anbetung, in der Kirche sind verschiedene besinnliche Stationen aufgebaut. Auch Essen und ein Film gehören dazu.
In der Bibel heißt es, dass die Jünger Jesus am Ölberg im Stich gelassen haben. Die Gebetsnacht will ernst nehmen, dass Jesus gesagt hat: bleibt hier und wacht.
Zur Liturgie des Karfreitags - Feier von Leiden und Sterben Christi
Die drei österlichen Tage Karfreitag, Karsamstag und Ostersonntag entfalten in ihrer Liturgie das Geheimnis unserer Erlösung durch Leiden, Tod und Auferstehung Jesu Christi. Indem wir ihre Riten mitfeiern, werden wir mit hinein genommen in diesen Prozess der Neuwerdung des Lebens. Die Karfreitagsliturgie hat einen sehr ernsten Charakter, einerseits aufgrund ihres Inhalts, andererseits aufgrund dessen, dass die Orgel nicht spielt. Sie hat in ihrer heutigen Gestalt drei Teile:
Der Wortgottesdienst beginnt ohne Klingelzeichen einfach mit dem stillen Einzug von Priester, Ministranten und Lektoren. So wird die Verbindung hergestellt zum Gründonnerstag. Dort endete die Messe ohne Segen und Entlassung und ging nahtlos in die Gebetsstunden über. So wird deutlich, dass beide Feiern zusammen gehören.
Vor dem Altar erfolgt zunächst die sog. Prostratio. Priester und Ministranten legen sich auf den Boden, die Gemeinde kniet. Damit wird unsere Hingabe angedeutet, aber auch die Ohnmacht angesichts des Kreuzestodes Jesu. Wir gestehen ein, dass wir nicht aus eigener Kraft das Heilwerden unseres Lebens bewerkstelligen können und strecken uns mit dem ganzen Körper nach Gott aus.
Nach einem Gebet folgen sofort die Lesungen. Zuerst kommt das 4. Lied vom Gottesknecht (Jesaja 52,11-53,12). In ihm, der unschuldig verfolgt wird, erkennen wir Jesus, der unsere Schuld auf sich geladen hat. »Er hat unsere Krankheit getragen, unsere Schmerzen auf sich geladen, durch seine Wunden sind wir geheilt.«
Nach dem Antwortpsalm, den auch Jesus betete, als er am Kreuz hing, hören wir die zweite Lesung aus dem 4. und 5. Kapitel des Hebräerbriefs. Er stellt Jesus als neuen Hohenpriester vor Augen. Er ist unser Weg zu Gott.
Die Leidensgeschichte zeigt Jesus als den siegreichen König der Welt. Er lebt aus der Verbindung mit dem Vater, darum hat die Welt keine Macht über ihn. Das Kreuz erscheint nicht als Folterinstrument, sondern als Ausdruck der Liebe Jesu, der uns »bis zur Vollendung« geliebt hat. Es ist damit Zeichen des Heils. In diesem Punkt unterscheidet sich die Leidensgeschichte aus dem Johannesevangelium deutlich von dem derzeit in den Kinos laufenden Film „Die Passion Christi“. Für Johannes spielen die Wunden und Schmerzen Jesu keine große Rolle. Er erwähnt die Geißelung nur beiläufig. Für den Kreuzweg und die Kreuzigung braucht er gerade mal zwei Verse. Johannes schaut gleichsam durch den vordergründigen Ablauf der Geschehnisse hindurch auf ihre verborgene Bedeutung. Daher der Dialog Jesu mit den Soldaten bei der Gefangennahme. Darum der ausführliche Dialog zwischen Jesus und Pilatus über Macht und Wahrheit und das Reich Gottes.
Was Johannes dadurch sagen will: Das Kreuz als Inbegriff des Leidens und des Todes hat durch Jesu Tod seinen Schrecken verloren. Der Tod – das Grundproblem menschlicher Existenz schlechthin - ist ein für alle Mal überwunden durch die Hingabe und die Liebe Jesu für die Menschen. Das bringt eine radikale Umwertung gewohnter Maßstäbe mit sich. „Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben“, heißt es in einem gottesdienstlichen Kehrvers. Das Kreuz stellt die Bedeutung von Macht und Stärke radikal in Frage; so sehr, dass Paulus behaupten kann: „wenn ich schwach bin, dann bin ich stark“. Und das Kreuz schenkt Freiheit: Wenn der Tod eigentlich keine Bedeutung mehr hat, jedenfalls keinen Anlass zu Angst und Beklommenheit gibt, dann braucht man in der Tat weder Tod noch Teufel zu fürchten, sondern kann in aller Freiheit und mit vollem Einsatz tun, was gut ist. Darum hängt in christlichen Räumen kein Folterinstrument an der Wand, sondern ein Zeichen der Hoffnung und des Lebens.
Jesu Erlösungstat gilt allen Menschen. Deshalb nehmen die Großen Fürbitten die ganze Welt ins Gebet. Der offizielle Formulierungsvorschlag ist der 10 Fürbitten ist einerseits sehr abstrakt gehalten, andererseits schließt er gerade dadurch nichts und niemand aus. Durch das Niederknien signalisieren wir, dass wir uns mit allen Menschen verbunden fühlen.
Der Höhepunkt der Karfreitagsliturgie ist die Kreuzverehrung. Hier wird das Kreuz nicht nur im Wort der Passionsgeschichte, sondern ganz gegenständlich in den Mittelpunkt gerückt. Der Vers zur Kreuzenthüllung heißt: „Seht das Holz des Kreuzes, an dem das Heil der Welt gehangen.“ Wiederum wird das Kreuz als Ort des Heils und der Erlösung interpretiert. In den meisten Gemeinden haben die Mitfeiernden Gelegenheit zur persönlichen Kreuzverehrung. Sie können nach vorne gehen und das Kreuz berühren oder vor ihm nieder knien. Ein ungewöhnlicher aber sehr eindrücklicher Vorgang.
Nach offizieller Vorgabe schließt sich an die Kreuzverehrung die Kommunionfeier an. Der Altar war während der gesamten Feier leer, der Tabernakel ebenso. An Karfreitag wird keine Eucharistie gefeiert wird. Die ist ja die Feier von Tod und Auferstehung Jesu, aber die Auferstehung wird erst in der Osternacht liturgisch gefeiert. Daher werden an Karfreitag lediglich die an Gründonnerstag sozusagen auf Vorrat gewandelten Hostien ausgeteilt. Einige Gemeinden verzichten ganz auf die Kommunionausteilung, was in meinen Augen dem Charakter der Heiligen Drei Tage als liturgisch gestaltetes Mitgehen des Weges Jesu besser entspricht.
Zur Liturgie der Osternachtsfeier
In der Osternacht feiern wir den Übergang vom Tod zum Leben, vom Dunkel zum Licht.
Der Gottesdienst beginnt mit der Lichtfeier. Die Kirche ist dunkel, Symbol für alle Dunkelheiten im eigenen Leben und in der Welt. In diese Finsternis hinein wird die Osterkerze getragen. Es ist nur eine einzige Kerze, doch lässt sie sich nicht übersehen. Jesus Christus wurde vom Vater aus dem Dunkel des Grabes und des Todes herausgeführt und kommt nun als unser Licht in unsere Mitte. Das Licht wird weitergegeben, bis es alle erreicht und auch die eigene Finsternis hell macht, die Angst vertreibt.
Das Osterlob („Exultet“) ist ein uralter Jubelgesang auf das Licht, der das Geheimnis dieser Nacht besingt: »Frohlocket, ihr Chöre der Engel, frohlocket, ihr himmlischen Scharen, lasset die Posaunen erschallen, preiset den Sieger, den erhabenen König! Lobsinge, du Erde, überstrahlt vom Glanz aus der Höhe! Licht des großen Königs umleuchtet dich. Siehe, geschwunden ist allerorten das Dunkel. Dies ist die selige Nacht, in der Christus die Ketten des Todes zerbrach und aus der Tiefe als Sieger emporstieg. Wahrhaftig, umsonst wären wir geboren, hätte uns nicht der Erlöser gerettet.«
Im Licht der Osterkerze hören wir dann im Wortgottesdienst die ganze Geschichte unserer Welt und unserer Erlösung. Bis zu neun Lesungen aus dem Alten Testament stehen zur Auswahl, viele Gemeinden beschränken sich auf einige wenige. Die Schöpfungsgeschichte ist i.d.R. immer dabei. Sie bezeugt Gott als den Herrscher, der aus dem Nichts ins Leben ruft, und der auch jeden einzelnen Menschen gewollt hat. In der Geschichte vom Auszug aus Ägypten wird Gott erfahrbar als der Befreier-Gott, der uns in ein weites, fruchtbares Land führt. Der Prophet Jesaja lädt uns ein, dem Heilsangebot Gottes zu vertrauen. Ezechiel spricht davon, dass Gott uns einen neuen Geist und ein neues Herz schenkt. Er verwandelt unser Dasein von Grund auf.
Danach erklingt zum ersten Mal seit Beginn der Fastenzeit wieder das Halleluja. Die Freude darüber, dass der Stein vom Grab weg gewälzt ist, dass Christus lebt und wir mit ihm, bricht sich Bahn.
An den Wortgottesdienst schließt sich die Tauffeier an. In der Urkirche war die Nacht der Auferstehung Christi auch der Zeitpunkt, in der die Katechumenen die Taufe empfingen. Sie hatten sich ein ganzes Jahr darauf vorbereitet, Jesus Christus als Licht ihres Lebens zu empfangen und durften dies in der Osternacht mit der Gemeinde feiern. Wenn keine richtige Taufe statt findet, erinnern sich die Gläubigen ihrer eigenen Taufe. Im Glaubensbekenntnis bzw. den Fragen wird deutlich, dass Glauben eine Entscheidung fordert, die immer wieder neu getroffen und realisiert werden muss. Wer sich in die Nähe Jesu stellt, stellt sich damit gegen das Böse, gegen so manche Praktiken unserer Zeit, die darauf hinaus laufen, Solidarität zu untergraben und nur sich selbst der Nächste zu sein. Wer Jesus Christus als Maßstab im Leben und nicht nur als Sonntagshobby akzeptiert, verpflichtet sich auf einen bestimmten Lebensstil im Geiste Jesu. Ein Stil, der immer den jeweiligen Menschen im Blick hat.
Im Eucharistieteil der Osternacht feiert die Gemeinde Leiden, Tod und Auferstehung Jesu als Grund und Mitte ihres Daseins. Der Tod konnte ihn nicht festhalten, das Leben hat gesiegt. Und da er sich mit uns verbündet hat, nimmt er uns auch mit auf diesen Weg vom Dunkel ins Licht.
Stephanschor neu aufgestellt
Der Vorstand besteht nun aus:
- Uwe Kiemle (1. Vorsitzender)
- Martin Peters (2. Vorsitzender)
- Thomas Leiber (Kassenwart)
- Anja Baesch (Schriftführerin)
- Michaela Brückmann (Beisitzerin)
- Iris Kastl (Beisitzerin) und
- Christa Kühr (Beisitzerin)
sowie aus den geborenen Mitglieder Patrick Fritz-Benzing als Chorleiter und Pfarrer Achim Zerrer als Präses.
Monika Rink und Dorothea von Schilling stellten sich nach mehrjähriger Tätigkeit im Vorstand nicht mehr zur Wahl. Ihnen gilt herzlicher Dank für ihr Engagement, besonders in der Phase des Übergangs der Chorleitung von Andreas Schröder zu Patrick Fritz-Benzing.
Beim Rückblick wurde deutlich, wie umfangreich das Programm ist, das neben Altbewährtem auch neue Elemente enthielt.
Zum Schluss unterstrich Pfr. Zerrer die Bedeutung der Musik für die spirituelle Tiefendimension unseres Glaubens und dankte den Chormitgliedern herzlich für ihr Engagement.
Vereinte Chöre
Des Rätsels Lösung: Verstärkung aus der Seelsorgeeinheit. Der Kirchenchor und der Bandchor der Südstadt hatten sich kurzerhand dran gehängt und die Stephänler stimmgewaltig verstärkt. So schön kann Seelsorgeeinheit sein.
Erfolgreiche Premiere
Patrick Fritz-Benzing spielte Bachs "Passacaglia c-moll" und Max Regers große "Phantasie und Fuge
über den Namen B-A-C-H". Bevor er die Stücke im Zusammenhang spielte, ließ er jeweils kurze Passagen erklingen und erläuterte die Zusammenhänge der verschiedenen Abschnitte. Mehr als einmal ließ er die Zuhörerinnen und Zuhörer staunen über die feinsinnigen Bezüge.
Die 70 Stühle reichten gerade aus, um den Interessierten einen Platz auf der Orgelempore zu bieten. Es wird wohl nicht das letzte Emporenkonzert gewesen sein ...
Parken an St. Stephan
Ausnahmen sind:
- Die Gottesdienste am Sonntag. Wir öffnen, wie schon bisher, die zwei abschließbaren Pfosten und Sie können durch die Schranke den Platz vor dem Hauptportal als Parkplatz nutzen. Allerdings bitten wir Sie, die Fläche direkt vor dem Hauptportal nach Möglichkeit frei zu halten – wegen der schöneren Optik und weil wir das Hauptportal in Zukunft öfter auch als liturgischen Zugang zum Gottesdienst nutzen wollen. Für die Vorabendmesse am Samstag können wir den zusätzlichen Parkplatz leider nicht nutzen.
- Die Mitglieder des Stephanschors bekommen vom Pfarrbüro einen Ausweis fürs Auto, der sie berechtigt, während der Chorprobe zu parken. Wer den Ausweis allerdings vergisst oder nicht gut sichtbar an die Windschutzscheibe legt...
- Große Pfarreiveranstaltungen, für die wir den Parkplatz benötigen, geben wir bei der Bußgeldbehörde bekannt. Sie verzichtet dann auf Kontrollen.
Bitte beachten Sie, unabhängig von der neuen Vereinbarung, auch folgende Punkte:
- Bitte halten Sie den Weg entlang des Pfarrhauses zwischen der Parkplatzschranke und dem Ostportal immer für Rettungsfahrzeuge frei.
- Bitte stellen Sie Ihr Fahrzeug nicht direkt vor die Pfarrhaustür.
- In der Ständehausstraße zwischen Pfarrhaus und Stephanssaal sowie in der Ritterstraße nördlich der Erbprinzenstraße ist übrigens schon immer absolutes Halteverbot.
- An Sonntagen ist das Parken entlang der Erbprinzenstraße sowie an den Parkbuchten der Ritter- und Lammstraße grundsätzlich kostenfrei möglich. Die Parkhäuser im Erbprinzenhof und bei der IHK haben geöffnet. Und dass St. Stephan mit der schöpfungstheologisch empfehlenswerten Straßenbahn sehr gut erreichbar ist, muss sicher nicht extra erwähnt werden.
- Und noch ein überall gültiger Tipp: nie mit dem Auspuff voran an historische Gemäuer parken!

