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Selig die Bergsteiger

Manchmal will die Bibel woertlich genommen werden. So haben unsere Israelpilger heute den schmalen und steinigen Pfad statt der breiten Strasse gewaehlt. Schweisstreibend war der Anstieg auf den Berg der Seligpreisungen, klasse war die Aussicht, persoenlich der Austausch ueber die Bergpredigt.

Ein Tuc-Keks auf der Hand: Ihr seid Salz fuer die Welt. Ein Apfel in der Mitte: Ihr sollt Frucht bringen. Der Morgenimpuls stimmte auf die Bergpredigt ein.

Zuerst ging es aber am Seeufer um die Berufung der ersten Juenger und um die Frage, warum die eigentlich sofort alles stehen und liegen lassen, als Jesus sie ruft. Es muss mit seiner Ausstrahlung zu tun gehabt haben, vielleicht aber auch mit der Situation damals: wenig Perspektiven fuer die Bevoelkerung und Armut.

Jedenfalls folgten sie ihm hinauf auf den Berg, zusammen mit dem ganzen Volk aus der Umgebung. Und Jesus liess sich nicht lumpen. Es geht ihm um alles: um Gott, um Seine Gerechtigkeit und Seinen Willen. Jesus spricht radikal, "provoziert" seine Zuhoerer (und uns), d.h. er will uns "herausrufen" zu einer neuen Sicht auf die Dinge. Denn von Gott her veraendern sich Perspektiven. Natuerlich ist es nicht logisch, den Feind zu lieben - er gibt auch keine ueberzeugenden Begruendungen, ausser der, dass das Reich Gottes nahe ist.

Dieses Ziel stellt Jesus in der Bergpredigt recht eindeutig vor Augen: Es geht um Vergebung und Loslassen, um Besitzverzicht und die Bereitschaft zum ersten Schritt. Das ist das Ziel. Der Weg dahin bleibt offen. Praktische Schritte zeigt Matthaeus gar nicht, erst recht nicht, wenn man das Plakative beiseite laesst und die Dinge konkret durchdenkt: Was heisst es fuer meine Arbeit, fuer meine Steuererklaerung, mein Auto? Was mache ich, wenn mein Gegenueber nicht mitmacht? Diese Leerstellen machen es schwierig fuer uns und haben auch veraergert. Aber vielleicht wollte er genau das ...

Wir haben jedoch auch gesehen, dass die Bergpredigt kein Katalog von Forderungen ist. Genau in ihrer Mitte steht das Vater Unser, und Matthaeus scheut sich nicht, das Wort "euer Vater" staendig zu wiederholen. Er verweist die Juenger auf jenen Gott Jesu Christi, der ihnen gegenueber wie ein Vater ist, dem sie vertrauen koennen, den sie bitten koennen - und sollen.

Und eigentlich sollte man die Bergpredigt von hinten lesen. Dort ist vom Fundament die Rede, das wir nicht selber giessen muessen, vom Fels, auf dem sich unser Leben abspielt. Er schafft selber den Grund und gibt Kraft zu einem neuen Lebensstil.

Es waechst viel in unserer Gruppe: Solidaritaet und Hilfe beim Bergsteigen, geteiltes Mittagessen, Gespraeche in wechselnden Gruppen ueber die Bibel und ueber Persoenliches, Spass beim Baden im See.

Wir freuen uns auf Morgen.