Gestaltungsmöglichkeiten bei der Taufe
In unserer Seelsorgeeinheit feiern wir die Taufe immer in einem extra Taufgottesdienst. Der Ablauf ist vorgegeben, aber bei den einzelnen Elementen gibt es viel Gestaltungsspielraum. Wir laden die Eltern ein, mitzureden.
Ablauf
Der Taufgottesdienst hat vier Teile:

Hier nochmal als Liste, verbunden mit Kommentaren zur Bedeutung:

Hier nochmal als Liste, verbunden mit Kommentaren zur Bedeutung:
| Gottesdienstelement | Kommentar / Gestaltungsmöglichkeit |
| Begrüßung an der Kirchentür | Nicht aus Unhöflichkeit beginnt der Taufgottesdienst zwischen Tür und Angel, sondern weil es passt: die Taufe ist wie das Eingangstor zur Kirche, deshalb beginnt der Gottesdienst dort. |
| Die Eltern bitten um die Taufe |
Bei Kindern ist es die Entscheidung der Eltern, dass ihr Kind getauft wird. Das formulieren die Eltern zu Beginn des Gottesdienstes. Sie stellen sich vor, bitten um die Taufe und sagen, warum ihnen das wichtig ist. Alternativ kann der Priester die entsprechenden Fragen stellen und die Eltern antworten knapp. Aber das ist nicht so schön wie die erste Variante. |
| Einzug in die Kirche | Jetzt geht es nach vorne, in die ersten Bänke. Natürlich geht es nicht nur um ein simples Fortbewegen des Körpers. Jedes Gehen in einer Kirche steht symbolisch für das Gehen des Lebensweges mit und zu Gott. |
| Lied | "Wo man singt, da lass dich nieder..." gilt auch für den Gottesdienst. Die Taufe ist einfach schöner wenn gesungen wird. Wichtig: einfache oder bekannte Lieder aussuchen! |
| Lesung einer Bibelstelle | Es gibt viel Auswahl, suchen Sie sich einen Bibelabschnitt aus, der Sie anspricht! Jemand der Anwesenden liest ihn sicher gerne vor. |
| Ansprache des Priesters | Fällt je nach Dezibelniveau länger oder kürzer aus... |
| Bezeichnung mit dem Kreuzzeichen | Der Priester macht dem Täufling ein Kreuzzeichen auf die Stirn. Das Kreuz ist Kennzeichen und Zusammenfassung unseres Glaubens. Deshalb ist es hier gleichsam ein erster Willkommensgruß der Gemeinde. |
| Anrufung der Heiligen | Die Heiligen haben auf je eigene Weise ihr Christsein gelebt. Wir rufen sie um ihre Fürsprache an, damit auch der Täufling seinen ureigenen Weg mit Gott finden möge. |
| Fürbitten | Sie können gerne eigene Fürbitten schreiben. Oder vielleicht macht das jemand aus der Verwandtschaft ganz gerne. Einige Modelle zum sich-inspirieren-lassen sind verfügbar. |
| Gang zum Taufbrunnen | Nochmal
versetzt einen der Taufgottesdienst in Bewegung. In St.
Stephan steht der Taufstein hinten unter der Orgelempore. In Unserer Lieben Frau entfällt dieser Schritt, weil wir schon rund um den Taufbrunnen sitzen. |
| Lobpreis Gottes über dem Wasser | Im Zeichen des Wassers wird die Taufe gespendet. Darum folgt der große Lobpreis Gottes über dem Wasser. |
| Glaubensbekenntnis | Bis zum 5. Jh. wurden nur Erwachsene getauft, die wussten, was der Glaube alles beinhaltet. Wenn Kinder getauft werden, bekennen stellvertretend für das Kind die Eltern, Paten und Anwesenden ihren Glauben. |
| Taufe | "Ich
taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des
Heiligen Geistes." Der Täufling wird hineingenommen in Gott, der in sich schon Beziehung ist. |
| Salbung mit Chrisam | Chrisam besteht aus Olivenöl. Früher wurden die Könige mit Chrisam gesalbt zum Zeichen ihrer Würde und ihres Amtes. Wenn wir heute die Täuflinge salben, dann um auszudrücken, dass sie in Gottes Augen so viel zählen wie Könige. Außerdem gehören sie durch die Taufe zu Jesus Christus, der der Gesalbte schlechthin ist. |
| Anziehen des Weißen Kleides | Das
weiße Kleid ist ein Zeichen dafür, dass der
Täufling durch die Taufe gleichsam neu geschaffen
wird und Christus "als Gewand" anzieht, d.h. dessen Lebenseinstellung
übernimmt. Das Kleid drückt auch die Würde
jedes Christen aus. Früher haben die erwachsenen
Neugetauften ihr Taufkleid eine ganze Woche angehabt:
von Ostern bis zum Weißen Sonntag, der von daher
seinen Namen hat. Alternativ können die Eltern auch eine Art "Taufschal" machen und dem Kind umlegen. |
| Anzünden der Taufkerze | Jesus ist das Licht der Welt. Von ihm her wird auch unser Lebensweg erhellt. Die Taufkerze kann ein Begleiter sein: bei der Erstkommunion, bei der Firmung, bei der Hochzeit: immer dieselbe Kerze. |
| Effata-Ritus |
Im Markusevangelium steht die Geschichte vom Taubstummen, der von Jesus geheilt wird. In Anlehnung daran berührt der Priester Ohren und Mund des Täuflings mit dem Gebet und der Bitte, dass Gott Ohren und Mund öffne. |
| Lied | s. Liedvorschläge |
| Vater unser | Der Text des Vater Unser geht auf Jesus zurück. Menschen aller Sprachen und Kulturen beten es rund um den Erdkreis. |
| Segen | Der Segen ist Bestätigung dessen, dass Gott all unsere Lebenswege mitgeht. |

