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200 Meter Zeit - Das Labyrinth

Vor der Stephanskirche in Karlsruhe liegt ein Labyrinth. Mitten im Trubel der Stadt lädt es ein, Pause zu machen und sich einen Augenblick Zeit zu gönnen: für sich und für Gott- immerhin zweihundert Meter lang. Die braucht es nämlich bis zur Mitte, obwohl es vom Eingang bis dahin eigentlich nur ein Katzensprung ist ...

Labyrinth - Einweihung bei NachtDer Grundgedanke eines Labyrinths ist einfach: Es gibt es nur einen Weg -keine Sackgassen, keine Abzweigungen, unmöglich, sich zu verlaufen. Aber er ist lang; führt erst schnurstracks zur Mitte, biegt dann plötzlich ab und knäuelt sich in immer neuen Windungen um das Ziel herum. Am Ende landet er fast wieder am Beginn, bevor endlich die Mitte erreicht ist. Wie im Leben: manchmal ist es zum Verzweifeln und endlos, manchmal liegt das Ziel klar vor Augen und es macht Spaß, manchmal bringt eine unerwartete Wendung völlig neue Perspektiven.

Das Labyrinth hat auf diesem Weg ein tröstliches Versprechen: Du kommst an, wenn du in der Spur bleibst. Nur darfst du nicht schummeln, etwas auslassen oder überspringen: Kein Tag, keine gute oder schlechte Erfahrung deines Lebens. Alles gehört dazu und gewinnt Sinn, wenn du es als Teil deines Lebens begreifen lernst und zulassen kannst.

Das ist nicht immer leicht. Deswegen empfangen  den ‚Wander’ mitten in unserem Labyrinth drei Worte: ICH BIN DA. Das ist Gottes Name (auf hebräisch JAHWE), mit dem er uns Menschen verspricht: ‚Ich bin bei dir; so wie das Labyrinth nur eine Spur hat, die zum Ziel führt, so lebst du in meiner Hand; so bist du geborgen, ganz gleich, wie dein Leben verläuft.’ Eine Zusage, die Mut macht; es kann mir letztlich nichts passieren.

Im Herbst 2008 wurde das Labyrinth vor St. Stephan gelegt. Viele Gemeindemitglieder haben mitgeholfen und Stein für Stein an 'ihrem' Labyrinth mitgebaut. Vielleicht interessieren Sie sich für die ganze Vorgeschichte?

Labyrinthe gehören übrigens zu den ältesten Symbolen der Menschheit: Von Indonesien über Kreta bis hin zu nordamerikanischen Indianern, überall auf der Welt sind sie zu finden. Da klinken wir uns in Karlsruhe doch gerne mit ein.

Eine Besonderheit von unserem Labyrinth ist die die variabel gestaltbare Mitte: Unter der Metallplatte mit den Worten 'ICH BIN DA' liegt ein Betonring mit 80 cm Durchmesser im Boden; Platz genug für eine Feuerschale, einen Spiegel oder andere Überraschungen. Damit kann es auf viele verschiedene Weisen genutzt werden: sechsundsechzigster Geburtstag, Mini-Gruppenstunde, Männertreff oder Frauengottesdienst- alles denkbar. Wir informieren Sie gerne und haben auch Material parat, wenn sie mit einer Gruppe kommen wollen.

Und zuletzt: Wir wünschen Ihnen Gottes Segen über Ihren Wegen und laden Sie herzlich ein, durchs Labyrinth zu laufen. Über Rückmeldungen, Fragen und Anregungen freuen wir uns (labyrinth@st-stephan-ka.de)!